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Sonntag, 24. Mai 2015

tot in Mitte - Spaziergänge zu Kirchen, Friedhöfen und Erinnerungsorten in Berlin-Mitte

Bild von der Verlags-Homepage

Die beiden Autoren H. Christof Müller-Busch und Joachim Werner haben auf 160 Seiten dieses Buch im Paperback-Format im be.bra verlag herausgebracht.

Sie haben fünf Routen mit verschiedenen Themen durch Berlins Mitte zusammengestellt, die sich weitesgehend mit dem Tod befassen.

Die Route 1 beschreibt in sieben Kapiteln unter der Überschrift Alt-Berlin die Kirchen im Bezirk Mitte, die in direktem Zusammenhang mit dem Tod stehen. So führt die Route u.a. zum Berliner Dom, der Heilig Geist Kapelle, oder auch der weniger bekannten Parochialkirche in der Klosterstraße.

Die 2. Route befasst sich mit dem Judentum und führt den interessierten Leser zu verschiedenen Orten, auch außerhalb Berlins Mitte, bis nach Weißensee auf den Jüdischen Friedhof in der Herbert-Baum-Straße zu insgesamt 8 Zielen.

Im dritten Kapitel geht es um die Wissenschaft und führt von der Berliner Akademie, über das Anatomische Theater der Tierarzneischule über zwei weitere Stationen bis zum Leichenschauhaus.

Samstag, 23. Mai 2015

Johannes Rau - Politiker

* 16. Januar 1931 in Wuppertal / † 27. Januar 2006 in Berlin




Johannes Rau hat seine politische Laufbahn als Kommunal-, Landes- und Bundespolitiker begonnen, bevor er 1969 Oberbürgermeister seiner Heimatstadt Wuppertal wurde.
Dieses Amt bekleidete er jedoch nur ein Jahr, um dann das Amt des Ministers für Wissenschaft und Forschung in Nordrhein-Westfalen zu bekleiden.

Später folgten das Amt des Landesvorsitzenden der Nordrhein-Westfälischen SPD, Ministerpräsident von NRW, Kanzlerkandidat für die Bundestagswahl 1987, bis hin zum obersten Staatsmann der Bundesrepublik Deutschland, als Rau am 23. Mai 1999 zum 8. Bundespräsidenten gewählt wurde.

Nur zwei Jahre nach Beendigung seiner politischen Tätigkeit ist Rau wenige Tage nach seinem 75. Geburtstag verstorben.

Die Beisetzung fand am 07. Februar 2006 im engsten Familien- und Freundeskreis im Anschluss eines Trauerstaatsaktes auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof statt.




Das Grab befindet sich im Feld CG-2 und ist eines der Ehrengräber der Stadt Berlin.

Der Grabstein wurde von der Familie bei dem Bildhauer Thomas K. Müller in Auftrag gegeben, von dem sowohl die Grabsteingestaltung incl. der Relief-Plakette mit dem Porträt Rau's stammen, wie auch die Grabgestaltung als solches.
Es wurde ein Granitstein mit einer Bronze-Relief-Plakette ausgeführt.






Der Grabstein enthält am unteren Sockel den Schriftzug


DIESER WAR AUCH MIT DEM
JESUS VON NAZARETH






Donnerstag, 21. Mai 2015

Stefan Heym - Schriftsteller

* 10. April 1913 in Chemnitz (als Helmut Flieg) / † 16. Dezember 2001 in En Bokek (Israel)



Stefan Heym war einer der bekanntesten deutscher Schriftsteller. Nach dem Reichstagsbrand 1933 floh er in die damalige Tschechoslowakei und nahm dort den Namen Stefan Heym an. 1935 zog er mit einem Stipendium in die USA, wo er auch seine ersten Erfolge als Schriftsteller feiern konnte.
Anfang der 1940er Jahre hat Heym die amerikanische Staatsbürgerschaft angenommen und hat auf Seiten der USA am Krieg teilgenommen.

Nach Ende des Krieges war er Redakteur im Auftrag der USA für verschiedene Zeitungen in Deutschland, wurde aber auf grund seiner pro-sowjetischen Einstellung in die Staaten zurück beordert.
Jedoch musst Heym 1952 unter der McCarthy-Ära die Staaten als linker Intellektueller verlassen, wie auch Charlie Chaplin, Berthold Brecht und viele andere. Heym zog es nach Prag, jedoch nicht für lange Zeit. Schon 1953 siedelte er in die DDR über.

Dort wurde er zunächst als antifaschistischer Held gefeiert und mehrfach ausgezeichnet. Im Laufe der Jahre hat Stefan Heym jedoch immer wieder kritisch über dass DDR-Regime geäußert und war in den 1980er Jahren einer der Prominenten Unterstützer der Bürgerrechtsbewegung in der DDR.

Nach der Wiedervereinigung gehörte er zu den kritischen Geistern, die den Umgang der Bundesrepublik gegenüber den ehemaligen DDR-Bürgern immer wieder beanstandete.

Bei der Bundestagswahl 1994 trat er parteilos auf der offenen Liste der PDS an und wurde als gewähltes Mitglied die Ehre zuteil, als Alterspräsident die Eröffnungsrede des 13. Deutschen Bundestages zu halten.
Sein Mandat legte er bereits ein knappes Jahr später wieder nieder, aus Protest der damals geplanten Verfassungsänderung zur Diätenerhöhung der Abgeordneten.

Im Dezember 2001 ist Heym am Toten Meer, nachdem er am Heinrich-Heine-Symposium (Heine war sein liebster Dichter) in Jerusalem teilgenommen hatte, an einem Herzinfarkt verstorben.



Sein Grab befindet sich auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee im Feld Z 1, Reihe 1c.

Das Grab ist eine schlichte Granitstele, in der der Name des Verstorbenen und sein Geburts- und Sterbedatum eingelassen wurden.



Rechts vor der Stele liegt ein Steinkissen mit Davidstern und jüdischen Schriftzeichen.


Stefan Heym hat uns sehr viele Werke hinterlassen. Hier nur ein sehr geringer Auszug seines Schaffens.

  • Hostages
  • Die Kannibalen und andere Erzählungen
  • Das kosmische Zeitalter
  • Schatten und Licht. Geschichten aus einem geteilten Lande
  • Die Papiere des Andreas Lenz (2 Bände)
  • Collin
  • Reden an den Feind
  • Auf Sand gebaut. Sieben Geschichten aus der unmittelbaren Vergangenheit

Mittwoch, 20. Mai 2015

Französischer Friedhof I - Berlin



Der Französische Friedhof I. in direkter Nachbarschaft zum deutlich bekannteren Friedhof  der Dorotheenstädtischen und Friedrichswerderschen Gemeinden (bekannt als Dorotheenstädtischer Friedhof) gelegen, wurde 1780 außerhalb der damaligen Stadtmauer auf einer Fläche von 5.833 m² von der Französisch-Reformierten Gemeinde angelegt.
Die beiden Friedhöfe sind mit einer aus Kalkstein bestehenden Mauer von einander getrennt.



Laut altem Schild neben dem Eingangstor und Informations-Schaukasten direkt nach dem Eingang an der Chausseestraße 127 wird der hier vorgestellte Friedhof als 'Kirchhof der französisch-reformierten Gemeinde zu Berlin' bezeichnet. Der Text erzählt die Geschichte der französischen Gemeinde zu Berlin, so wie die des Friedhofs. Ergänzt werden die Texte mit einzelnen Aufnahmen verschiedener Grabanlagen, sowie einem Lageplan, auf dem die Standorte der Grabstätten bedeutender Persönlichkeiten markiert sind.
Auf der Rückseite des Schaukastens ist diese Information in englischer Sprache ausgehängt.



Der I. Französische Friedhof in der Oranienburger Vorstadt sollte den in Berlin lebenden Nachkommen der Hugenotten als letzte Ruhestätte dienen. Er hat sich recht schnell zur Hauptbegräbnisstätte der französischen Gemeinde entwickelt und wurde bereits im Jahr 1835, also nur 55 Jahre nach seiner Eröffnung zu klein, so dass in Berlin der Französische Friedhof II an der Liesenstraße eingerichtet werden musste.

Das damals angelegte Wegesystem ist nur noch in Teilen erhalten. So bestand es ursprünglich aus einem Wegkreuz, bestehend aus einer längs und einer quer verlaufenden Hauptachse, sowie einem umlaufenden Weg entlang der Einfriedung, einem sog. Umgehungsweg. Von diesen Wegen sind die Längs- und Querachsen, das Wegekreuz noch vorhanden, sowie die Umgehungswege an der Ost- und Westseite des Friedhofs.



Die Hauptwege säumen Hecken von chinesischem Flieder, welche der Anlage ein ganz besonderes Flair verleihen.


Geprägt wird die gesamte Anlage von einem ganz wunderbaren alten Baumbestand. So bilden die Robinien, welche teils über 150 Jahre alt sind, zusammen mit dem Spitzahorn, Rosskastanien, den für Berlin so typischen Linden in ihrer lockeren Anordnung einen schönen Anblick auf die gesamte Friedhofsanlage.



Nur wenige der alten Grabstätten sind heute noch erhalten. Doch die wenigen die noch erhalten sind, zeugen davon, welche Bedeutung die Hugenotten für Berlin und damit für die wirtschaftliche aber auch geistige Entwicklung der Stadt hatten und geben dem gesamten Friedhof ein historisches Antlitz, obwohl die meisten heute bestehenden Grabanlagen aus der Zeit nach 1945 stammen.

Dominiert wird der Blick über den Friedhof vor allem vom Grab des Predigers, Staatsbeamten und Erzieher von König Wilhelm IV. Jean Pierre Frédéric Ancillon, einem Sarkophag aus Marmor, entworfen von Karl Friedrich Schinkel 1840 und dem von dem von Friedrich August Stüler entworfenen Grab für Peter Louis Ravené, einem bekannten Kaufmann und Kunstsammler aus dem Jahr 1862.
Beide Gräber, sowie auch die Grabstätten der Architekten Schinkel und Stüler vom benachbarten Dorotheenstädtischen Friedhof werden in separaten Post's vorgestellt.




Neben den beiden oben erwähnten Ravané und Ancillon haben auf dem Französischen Friedhof I. noch viele weitere bekannte Persönlichkeiten ihre letzte Ruhestätte gefunden.
Hier eine Aufstellung.

Paul Ackermann (1812–1846), französischer Sprachwissenschaftler und Schriftsteller
Frédéric Ancillon (1766–1837), Erzieher von König Friedrich Wilhelm IV. und preußischer                    Staatsmann (unterschrieb am 12. Juni 1834 mit Metternich das Wiener Schlussprotokoll)
Franz Bendel (1833–1874), Komponist
Erich Böhme (1930–2009), Journalist und Fernsehmoderator
Daniel Chodowiecki (1726–1801), Kupferstecher
Ludwig Devrient (1784–1832), Schauspieler
Emil Heinrich Du Bois-Reymond (1818–1896), Physiologe (Grab eingeebnet, es existiert nur eine        Gedenktafel)
Felix Henri Du Bois-Reymond (1782–1865), Lehrer
Madame Du Titre (= Marie Anna Dutitre) (1748–1827), Berliner Original
Eberhard Esche (1933–2006), Schauspieler
Amy Frank (1896–1980), Schauspielerin
Dieter Franke (1934–1982), Schauspieler
Willi Geismeier (1934–2007), Kunsthistoriker
Benjamin George (1739-1823), Unternehmer und Mäzen, Namensgeber der Georgestraße                  (Monumentalsarkophage auch mehrerer Familienangehöriger)
Heinrich Greif (1907–1946), Schauspieler
Jenny Gröllmann (1947–2006), Schauspielerin
Rolf Herricht (1927–1981), Schauspieler und Komiker
Harry Hindemith (1906–1973), Schauspieler
Gottfried Kolditz (1922–1982), Regisseur
Karl Ludwig Michelet (1801–1893), Philosoph
Hendrik George de Perponcher Sedlnitzki (1771–1856), General und Diplomat
Klaus Piontek (1935–1998), Schauspieler
Friedrich Quincke (1865–1934), Chemiker
Pierre Louis Ravené (1793–1861), Industrieller und Kunstsammler – Kostbares Grabmal von              Friedrich August Stüler; der liegende Ravené stammt von Gustav Blaeser
Käthe Reichel (1926–2012), Schauspielerin
Günter Reisch (1927-2014), Filmregisseur
Friedrich Richter (1894–1984), Schauspieler
Helga Sasse (1942–2013), Schauspielerin
Klaus Schlesinger (1937–2001), Schriftsteller
Horst Schönemann (1927–2002), Schauspieler und Regisseur
Carl Steffeck (1818–1890), Maler
Ehrenfried Stelzer (1932–2010), Direktor der Sektion Kriminalistik der Humboldt-Universität              1957–1989
Gustav Trampe (1932–2006), Journalist
Fritz-Georg Voigt (1925–1995), Übersetzer, Herausgeber und Lektor
Peter Voigt (1933-2015), Autor und Regisseur von Dokumentarfilmen
Gerhard Wolfram (1922–1991), Intendant des Landestheaters Halle und des Deutschen Theaters



An der rechten hinteren Ecke des Friedhofs führt ein Tor direkt auf den Dorotheenstädtischen Friedhof.


Dienstag, 19. Mai 2015

Heinrich Mann - Schriftsteller

* 17. März 1871 in Lübeck / † 11. März 1950 in Santa Monica - Kalifornien (USA)




Heinrich Mann, Schriftsteller, stand Zeit seines Lebens im Schatten des deutlich bekannteren jüngeren Bruders und ebenfalls als Schriftsteller tätigen Thomas Mann.

Eines der bekanntesten und bedeutendsten Werke von Heinrich Mann ist sicherlich 'Professor Unrat oder das Ende eines Tyrannen', welches er 1904 geschrieben hat und ein Jahr später, 1905, erstmals veröffentlicht wurde. In mehrere Sprachen übersetzt wurde es später als Film unter dem Titel 'Der blaue Engel' am 1. April 1930 im Berliner Gloria Palast uraufgeführt wurde und führte zu 'Professor Unrat' Weltruhm.

Heinrich Mann starb 1950 im Exil in den Vereinigten Staaten, kurz bevor er nach Deutschland zurückkehren wollte, um die Position des Präsidenten der Deutschen Akademie der Künste der DDR in Ost-Berlin anzutreten, welche ihm 1949 übertagen wurde.
Ursprünglich in Santa Monica, seinem Sterbeort, begraben, wurde die Urne Manns 1961 nach Deutschland überführt und auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin beigesetzt. Das Grab trägt die Kennziffer CAM-1-36 und ist direkt an der Begrenzugsmauer zum benachbarten Kirchhof der Französisch-Reformierten Gemeinde zu Berlin zu finden.

Das Grab wurde seiner Zeit von dem bekannten Bildhauer Gustav Seitz.

Sein Grab zählt heute zu den Ehrengräbern der Stadt Berlin.




Aus seiner Feder stammen neben dem o.g. 'Professor Unrat oder das Ende eines Tyrannen' Werke wie z.B.:

  • Im Schlaraffenland
  • Pippo Spano
  • Zwischen den Rassen
  • Die kleine Stadt
  • Die Armen
  • Der Untertan
  • Der Kopf

und viele mehr.

Vor der Grabstele erinnert eine im Nachgang angebrachte Tafel an seine zweite Ehefrau, Nelly Mann, geb. Kröger, deren Urne damals nicht mit überführt wurde.




In Gedenken an Heinrich Mann wurde der Literaturpreis seines Namens 1953 eingeführt, welcher bis heute jährlich an einen oder mehrere Preisträger verliehen wird.

Donnerstag, 5. Februar 2015

HISTORISCHE JÜDISCHE FRIEDHÖFE IN BERLIN

Seit Anfang 2012 lädt die Jüdische Gemeinde Berlin Interessierte und Besucher ihrer drei Friedhöfe, Weißensee, Schönhauser Allee und Große Hamburger Straße, zu einem virtuellen Rundgang ein.
Ziel ist es, die vielen Besucher, die Jährlich diese drei Anlagen aufsuchen, noch besser in das Judentum einühren zu können und ihnen noch gezieltere Informationen zu den drei Begräbnisstätten, bzw. der dort ruhenden Personen zu geben. Immerhin blickt das Judentum in Berlin mittlerweile auf eine rund 340-jährige Geschichte zurück. Und da gibt es einiges zu erzählen.


Titelbild der Homepage 'Historische Jüdische Friedhöfe in Berlin'
Der digitale Rundgang kann am heimischen PC erfolgen. Nach öffnen des Startbildschirms kann der Besucher zwischen den drei Historischen Friedhöfen der Jüdischen Gemeinde wählen. Nach Auswahl einer der drei Friedhöfe wird dessen Geschichte kurz vorgestellt. Man kann nun z.B. die Funktion 'Rundgang' wählen. Hier wird eine Übersichtskarte des Friedhofs angezeigt, auf der für Weißensee z.B. 81 einzelne Grabstellen gekennzeichnet sind. Bei Anwählen einer dieser Nummern öffnet sich ein neues Fenster, in der die Biographie des jeweils Verstorbenen vorgestellt wird. Für Menschen, die ohne technische Unterstützung, wie z.B. smartphone, oder tabletPC, auf den Friedhof möchten, gibt es unter der Rubrik 'Download' noch eine pdf-Datei mit Lagepland und Kennzeichnung der Grabstätten zum Ausdrucken, jedoch ohne Kurzbiographie.
Alle relevanten Informationen für den geplanten Friedhofsbesuch sind unter 'Service' zu finden, wie z.B. die Öffnungszeiten, der Hinweis, dass Herren einen Kopfdeckung tragen sollten, welche am Eingang bei Bedarf erhältlich ist, etc..


Titelbild der mobilen Homepage 'Historische Jüdische Friedhöfe in Berlin'
Die page ist parallel für die mobile Nutzung, z.B. für smartphones und tabletPC's, entwickelt worden. Ein paar kleine Abweichungen in der Grundfunktion sind gegeben, aber im Grunde sind die Funktionen hier gleich. Abweichend an der mobilen Version, im Gegensatz zur Desktop-Version ist, dass die jeweiligen Grabstellen mit GPS-basierten Daten hinterlegt sind. Dies hat den Vorteil, dass man mit Unterstützung dieser Daten zielgenau zu der jeweils ausgewählten Grabstelle geführt wird. Voraussetzung dafür ist lediglich, dass man an dem mobilen Gerät das GPS-Ortungssystem aktiviert hat.

Herausgegeben wurden diese beiden Seiten von der Jüdische Gemeinde Berlin. Beide Varianten sind auf deutsch und englisch verfasst.

Sonntag, 4. Januar 2015

Friedhof Lilienthalstraße in Berlin

Der Friedhof Lilienthalstraße in Berlin-Neukölln wurde in den Jahren 1938 bis 1941 als neuer Standortfriedhof als Begräbnisstätte für gefallene Soldaten angelegt. Sowohl dessen Planung, wie auch dessen Durchführung erfolgte durch das damalige Heeresbauamt. Der zuständige Architekt Wilhelm Büning ist bishin vor allem durch seine Entwürfe für Villen bekannt gewesen. Auch war Büning neben Otto Rudolf Salvisberg und Bruno Ahrends einer der Architekten der 'Weißen Stadt' in Berlin-Reinickendorf, welche in den Jahren 1029 bis 1931 errichtet wurde
Die offizielle Einweihung erfolgte am 10. Mai 1940 durch den evangelischen Feldbischof der Wehrmacht.


Im 1981 erschienen Buch 'Berlin und seine Bauten' von Klaus Konrad Weber beschreibt der Autor die Arbeit von Büning zu diesem Friedhof wie folgt: 'Durch ein wuchtiges, dennoch feingliedriges Tor soll der Trauerzug den Bereich der Welt und des Lebens verlassen, über wenige Stufen aufwärts steigen zu der aus Quadern errichteten, monumental aufgefassten Feierhalle, dem Tempel des Vaterlandes; dessen Inneres wird von oben belichtet, ist damit von dem umgebenden Alltag abgeschlossen, empfängt sein Licht aus höhreren Regionen, öffnet sich gleichsam zum Geistesreich. Die Gesamtanlage ist streng symmetrisch geordnet. Das Blockhafte der Außenarchitektur wie auch das unübertreffbar Einfache (aber nicht nüchterne) des Innenraums stimmen sowohl zu den baukünstlerischen Ansichten der Frühromantik als sie auch an die vorangegangene Phase in Bünings Schaffen anknüpfen, wenn auch unter erheblich geänderten Bedingungen. Ein sogenannter Nazibau, der eigentlich keiner ist, oder, wenn man will, der einzige künstlerisch nicht misslungene.'