Donnerstag, 21. Mai 2015

Stefan Heym - Schriftsteller

* 10. April 1913 in Chemnitz (als Helmut Flieg) / † 16. Dezember 2001 in En Bokek (Israel)



Stefan Heym war einer der bekanntesten deutscher Schriftsteller. Nach dem Reichstagsbrand 1933 floh er in die damalige Tschechoslowakei und nahm dort den Namen Stefan Heym an. 1935 zog er mit einem Stipendium in die USA, wo er auch seine ersten Erfolge als Schriftsteller feiern konnte.
Anfang der 1940er Jahre hat Heym die amerikanische Staatsbürgerschaft angenommen und hat auf Seiten der USA am Krieg teilgenommen.

Nach Ende des Krieges war er Redakteur im Auftrag der USA für verschiedene Zeitungen in Deutschland, wurde aber auf grund seiner pro-sowjetischen Einstellung in die Staaten zurück beordert.
Jedoch musst Heym 1952 unter der McCarthy-Ära die Staaten als linker Intellektueller verlassen, wie auch Charlie Chaplin, Berthold Brecht und viele andere. Heym zog es nach Prag, jedoch nicht für lange Zeit. Schon 1953 siedelte er in die DDR über.

Dort wurde er zunächst als antifaschistischer Held gefeiert und mehrfach ausgezeichnet. Im Laufe der Jahre hat Stefan Heym jedoch immer wieder kritisch über dass DDR-Regime geäußert und war in den 1980er Jahren einer der Prominenten Unterstützer der Bürgerrechtsbewegung in der DDR.

Nach der Wiedervereinigung gehörte er zu den kritischen Geistern, die den Umgang der Bundesrepublik gegenüber den ehemaligen DDR-Bürgern immer wieder beanstandete.

Bei der Bundestagswahl 1994 trat er parteilos auf der offenen Liste der PDS an und wurde als gewähltes Mitglied die Ehre zuteil, als Alterspräsident die Eröffnungsrede des 13. Deutschen Bundestages zu halten.
Sein Mandat legte er bereits ein knappes Jahr später wieder nieder, aus Protest der damals geplanten Verfassungsänderung zur Diätenerhöhung der Abgeordneten.

Im Dezember 2001 ist Heym am Toten Meer, nachdem er am Heinrich-Heine-Symposium (Heine war sein liebster Dichter) in Jerusalem teilgenommen hatte, an einem Herzinfarkt verstorben.



Sein Grab befindet sich auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee im Feld Z 1, Reihe 1c.

Das Grab ist eine schlichte Granitstele, in der der Name des Verstorbenen und sein Geburts- und Sterbedatum eingelassen wurden.



Rechts vor der Stele liegt ein Steinkissen mit Davidstern und jüdischen Schriftzeichen.


Stefan Heym hat uns sehr viele Werke hinterlassen. Hier nur ein sehr geringer Auszug seines Schaffens.

  • Hostages
  • Die Kannibalen und andere Erzählungen
  • Das kosmische Zeitalter
  • Schatten und Licht. Geschichten aus einem geteilten Lande
  • Die Papiere des Andreas Lenz (2 Bände)
  • Collin
  • Reden an den Feind
  • Auf Sand gebaut. Sieben Geschichten aus der unmittelbaren Vergangenheit